Freitag, 31. August 2012

Klimawandel...doch was dran?? :-/

Keine Entwarnung

Klimawandel

Alle reden vom Wetter, nur die Klimaforscher nicht. Denn zwischen Wetter und Klima muss man unterscheiden: Das Wetter bezeichnet das kurzfristige Geschehen in der Atmosphäre an einem bestimmten Ort auf der Erde und kann sich mehrmals täglich ändern. Das Klima ist für eine Region oder Klimazone der typische Ablauf eines Wettergeschehens – und die Klimaveränderungen sind noch immer alarmierend.
Klimawandel: Eisbär auf einer Scholle
fotolia
Die globale Klimaerwärmung bedeutet, dass der aus weltweiten Messungen errechnete Temperaturdurchschnitt nach oben geht. Das tut er auch dann, wenn es hier und da mal wieder kälter wird. So ist weder ein heißer noch ein kühler Sommer ein Indiz für oder gegen den Klimawandel. Doch Temperaturmessungen überall auf der Welt lassen keinen Zweifel mehr daran, dass es auf der Erde immer wärmer wird.

In den letzten hundert Jahren hat sich die durchschnittliche Lufttemperatur in Bodennähe um fast 0,8 Grad Celsius erhöht, das Jahrzehnt von 2000 bis 2009 war mit Abstand das wärmste, das je gemessen wurde – gefolgt von den 1990er Jahren, die wiederum wärmer waren als die 1980er Jahre – die Temperaturen gehen also immer steiler nach oben.

Polarluft auf Dauerbesuch

Und wie passen dazu die letzten kalten Winter? „Sie widersprechen nicht dem Bild der globalen Erwärmung, sondern vervollständigen es eher“, erklärt Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Denn infolge der ansteigenden Temperaturen schmilzt das Eis am Nordpol und dadurch verringert sich die Fläche, die wärmende Sonnenstrahlen zurück in den Weltraum reflektiert.
Die Folge: Im Norden wird es immer wärmer und das bringt Veränderungen im Luftstrom mit sich. Aus dem Süden dringt warme Luft zur Arktis und von dort schieben sich – zum Ausgleich – kalte Luftmassen gen Süden. Im Winter 2009 / 2010 kletterte dadurch in der Arktis das Thermometer auf bis zu zwölf Grad höhere Werte als üblich, während es in Nordamerika, Europa und Nordasien um bis zu zehn Grad kälter war als sonst. Aber insgesamt war das Jahr 2010 dennoch eines der wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor 130 Jahren.

Kein Zweifel an Klimaerwärmung



Es gibt also keinen Grund, an der Klimaerwärmung zu zweifeln. Und auch nicht daran, dass das vom Menschen produzierte Kohlendioxid (CO2) die Hauptschuld daran trägt. „Schon ein Blick auf die Erdgeschichte zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmungen und dem Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre“, erklärt Stefan Rahmstorf, der ebenfalls in Potsdam als Klimaforscher arbeitet.
Denn mittlerweile ist es möglich, nicht nur den aktuellen Kohlendioxidgehalt zu messen, sondern auch Informationen über CO2-Werte aus der Vergangenheit zu sammeln – indem man das Polareis anbohrt und die in ihm eingeschlossenen Luftbläschen aus uralten Zeiten untersucht.
Diese Messungen zeigen, dass Anstieg von CO2 und Temperatur stets in einem bemerkenswerten Gleichklang verliefen – und sie zeigen auch, dass der Kohlendioxidgehalt in den letzten 800.000 Jahren noch niemals so hoch war wie heute. „Und das liegt an den entsprechenden Emissionen des Menschen“, so Rahmstorf. Speziell das Verbrennen fossiler Stoffe wie Erdöl und Kohle habe den CO2-Anteil rapide ansteigen lassen.

Kohlendioxid und Treibhauseffekt

Kohlendioxid forciert die Erderwärmung, weil es für den berüchtigten Treibhauseffekt sorgt: Es lässt einerseits kurzwellige Sonnenstrahlen zur Erde hindurch, verhindert aber andererseits, dass längerwellige Wärmestrahlen unseren Globus verlassen können. Wobei das ausgeatmete CO2 der mehr als sieben Milliarden Menschen und unzähligen Tiere der Erde kein Problem darstellt, weil sie ja nur das ausatmen, was ohnehin schon im biochemischen Naturkreislauf rotiert.
3 rauchende Schornsteine
fotolia
Wenn jedoch das Gas aus Erdöl, Gas und Kohle freigesetzt wird, bedeutet das nichts anderes, als dass der Atmosphäre neues, bisher nicht vorhandenes CO2 zugeführt wird. Weswegen, wie Rahmstorf betont, ein Weg aus der Klimakrise nur über den Abschied von der fossilen Energiegewinnung funktionieren kann.

Atomkraftwerke hält er für keine Lösung. Zwar werde dort kein Treibhausgas produziert, doch Atomkraft decke derzeit nur drei Prozent der weltweiten Energieproduktion. „Um das auf sechs Prozent verdoppeln zu können, müssten etwa tausend neue Kraftwerke gebaut werden“, so der Klimaexperte. Das sei kurzfristig gar nicht möglich. Windkrafträder und Solarzellen taugen hingegen schon jetzt zur Massenproduktion.

Hitzewellen, Waldbrände, Flutkatastrophen

Denn der Klimawandel nimmt deutlich an Fahrt auf. Experten des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) schätzen, das bereits im Jahre 2040 annähernd jeder Sommer so sein wird wie die Hitzewelle von 2003, der in Europa mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen. Am Mittelmeer häufen sich jetzt schon die Waldbrände, weil immer weniger Regen fällt, in Australien tobten Waldbrände wie nie zuvor.
Der Meeresspiegel hat aufgrund der Polareisschmelze seit 1880 um 20 Zentimeter zugelegt, derzeit wächst er um 3,4 Millimeter pro Jahr. Überhaupt sind die Folgen der Erderwärmung in den polaren Gebieten am deutlichsten spürbar. Arktis und Antarktis sind die am empfindlichsten reagierenden Ökosysteme.
Doch die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht überall nur negativ. Der Konstanzer Physiker Gerd Ganteför sieht auch Chancen, wie etwa weltweit bessere Ernten und größere Landflächen im Norden, die bewohnbar werden. „Und die Sahara könnte wieder grün werden, wie sie es in der letzten Warmphase vor 6.000 Jahren einmal war.“ Ob all diese Effekte allerdings kommende Hitzewellen und Hurrikans sowie Flut- und Brandkatastrophen ausgleichen können, ist mehr als fraglich. Die Bewohner der von Überflutung akut bedrohten Südseeinseln jedenfalls wird es kaum trösten, dass man zukünftig in Schweden Kiwis anpflanzen kann.       

1 Kommentar:

  1. wahrscheinlich hätte ich mir sparen können diesen text zu präsentieren! aber langsam reichts mit den wetterextremen...

    AntwortenLöschen